Interview mit Bär Balu

Frage:

Herr Balu, warum wohl wurde diese Kindergruppe nach Ihnen benannt, - können Sie sich das erklären?

 

Balu:

Vielleicht, weil ich das kleine Menschenkind so gut zur Welt der Menschen gebracht habe...?

 

Frage:

Könnten Sie das bitte erläutern?

 

Balu:

Erstens - ich kenne mich ganz gut im Dschungel aus und zweitens kannte ich den Weg.

 

Frage:

Aber was haben Kindergruppen mit dem Dschungel zu tun?

 

Balu:

Na, da gibt es zu Beispiel den Paragraphendschungel, durch die sich durchgefunden werden muss, um eine Betriebserlaubnis zu bekommen, - um Fördergelder zu erhalten, - um Personal zu bekommen etc. Da braucht man/frau ein dickes Fell - so wie meines - und einen guten Riecher! Immer wieder werden Richtlinien entwickelt oder Gesetze geändert, langer Atem ist da auch wichtig und manchmal muss auch laut gebrummt werden.

 

Frage:

Aha. Aber gute Fährtenleser, gut Kenner des Dschungels sind ja auch andere markante Kollegen, wie z.B. Leoparden...

 

Balu:

Die sind aber nicht so gemütlich wie ich. Bei mir fühlte sich das kleine Menschlein geborgen, - ich kann kuscheln und toben, streicheln und tanzen, singen und Quatsch machen, - ich beschütze das Menschlein, und wenn es mich nicht sehen wollte, weil es sauer war, dann konnte ich auch diesen Wunsch respektieren und passte auf, ohne ihm zu nah zu treten und brachte es wohlbehalten in seine Welt,...auch wenn ich selber darüber traurig war. Er wäre ein guter Bär geworden...nun ja...

Übrigens: auch die soziale Erfahrungswelt kann wie ein Dschungel empfunden werden.

 

Frage:

Sie meinen also, dass die Geborgenheit, die Sie ausstrahlen und die Ernsthaftigkeit mit der Sie den Empfindungen des Kindes gegenübertreten, die Eltern dazu veranlasste, der Kindergruppe Ihren Namen zu geben?

 

Balu:

Könnte doch sein, denn dort wird viel Wert darauf gelegt eine familienähnliche Situation zu schaffen, - die Kinder nehmen gemeinsam Mahlzeiten ein, die die Eltern zubereiten. Sie können dort Mittagsschlaf machen und haben es schön gemütlich. Insbesondere die Altersmischung sorgt für familieäre Dynamik: mal sind sie ganz klein und brauchen viel Unterstützung der anderen Kinder; mal sind sie groß und können unterstützen usw. Die Erzieherinnen sind - wie ich weiß - im Hintergrund - so wie ich, wenn es nötig ist. Sie helfen und unterstützen die Kinder dabei selber ihren Weg zu gehen.

 

Vielen Dank Herr Balu!